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Bunker Valentin –
Dokumentarische Fotografien von Johanna Ahlert und Silke Schmidt

11. April bis 5. September 2010

Eine Fotodokumentation über den Bunker Valentin in Bremen Farge in dem Zeitraum 2005 bis 2006. Der Bunker Valentin ist eines der größten baulichen Relikte des Nationalsozialismus. Geplant wurde er als bombensichere fordistische Fabrik für U-Boote, gebaut in den Jahren 1943–1945. Bis heute steht er – weithin sichtbar – am idyllischen Weserstrand. Noch existiert keine Dokumentationsstätte vor Ort, seine Geschichte erschließt sich nur wenigen.

Als Fotografinnen interessierte die Künstlerinnen der »Jetzt«-Zustand eines historischen Ortes: »Das Mittel der Fotografie hat uns den Zugang zu diesem Ort erleichtert und zu einer persönlichen, intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte geführt. Wie gehen wir heute mit den Spuren, den Zeichen, den Resten aus der Vergangenheit um, wie nehmen wir diese wahr?«

Foto: Johanna Ahlert / Silke Schmidt

Die Fotos zeigen Innen- und Aussenaufnahmen des Gebäudes und einige in der umliegenden Landschaft schwer auffindbaren Reste der damaligen Zwangsarbeiter- und des Konzentrationslager.

Die Arbeit ist mehr als eine Abbildung des Ist-Zustandes. Sie ist ein Versuch Eindrücke und widersprüchliche Stimmungen dieses Ortes abzubilden: Die Faszination, die von diesem Großbauprojekt, einer Ikone des Betonbaus, ausgeht, prägte die technischen Eliten, aber auch die deutschen Vorarbeiter und die Bevölkerung vor Ort. Diese Faszination überdauert den Nationalsozialismus bis heute. Die Fotos kontrastieren die Ästhetik der glatten Flächen des Betons wie die Gigantonomie des Bunkers mit den Spuren und Überwucherungen durch Pflanzen. Diese Spuren verweisen auf die Vergänglichkeit selbst dieses Relikts ebenso wie auf die unsichtbaren Lager des Nationalsozialismus.

Text entnommen aus: 2009/ Kunstfoyer 09/ Fotodokumentation/ Bunker Valentin/ Hrsg radiobremen

Es besteht eine Verbindung zwischen dem Bunker Valentin und der Geschichte der Gedenkstätte Gestapokeller und Augustaschacht. Im Jahr 1944 wurde die Osnabrücker Gestapo der Gestapo Bremen unterstellt und das Arbeitserziehungslager Ohrbeck wurde ein Außenlager des Arbeitserziehungslager Farge, das sich in der Nähe des Bunkers Valentin befand und dessen Gefangene auf der Bunkerbaustelle arbeiten mußten.


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Gestapokeller