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Das Veranstaltungsprogramm
September 2011 bis Februar 2012
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AUGUSTASCHACHT – 8. August bis 28. November 2010

MEMORY LANE / »Damit nichts mehr bleibt«
Ausstellung und Installation von
Ruth und Dan Shomroni / Volker-Johannes Trieb

Ausstellung MEMORY LANE
letztmalig verlängert bis zum  
2 8.   A u g u s t   2 0 1 1


Die Installation »Damit nichts mehr bleibt« des Osnabrücker Künstlers Volker-Johannes Trieb und die Ausstellung »MEMORY LANE« des israelischen Künstlerpaares Ruth und Dan Shomroni aus Ramat Hasharon, der Partnerstadt von Georgsmarienhütte, sind vom 8. August bis zum 28. November 2010 in der Gedenkstätte Augustaschacht zu sehen.

Hebräische Schriftzeichen in Tonkörpern und Fotografien von Büchern, alten Bäume und Steinen öffnen den Blick auf die Verankerung von Ruth und Dan Shomroni in ihrer Heimat und bieten einen kulturellen Austausch an, der nach neuen Beziehungen zwischen Deutschen und Israelis sucht. Zugleich interagiert »MEMORY LANE« mit den alten, vielschichtigen Räumen der Gedenkstätte.

Die Installation »Damit nichts mehr bleibt« von Volker-Johannes Trieb erinnert mit aus Ton und Holz geformten Nachbildungen von Bomben an das in Osnabrück vergessene Schicksal der Zwangsarbeitenden als relativ größte Gruppe unter den Bombentoten des II. Weltkrieges. Zitate von ukrainischen Überlebenden über ihre Ausgrenzung beim Luftschutz sind den Kunstobjekten auf dem Gelände der Gedenkstätte eingeschrieben.

Zur Ausstellung »MEMORY LANE« und der Installation »Damit nichts mehr bleibt« erscheint ein zweisprachiger Katalog in Deutsch und Englisch.


GESTAPOKELLER – 19. September 2010 – 27. März 2011

Ausstellung »Kinder- und Jugendliteratur zu Nationalsozialismus und Holocaust«

verlängert bis zum Sonntag  
8.   A u g u s t   2 0 1 1

Mit dieser Buch-Ausstellung betritt die Gedenkstätte Gestapokeller Neuland in Osnabrück: 100 Titel regen zum Stöbern an und bieten so eine Orientierung über die vorliegende Literatur zu dem komplexen Thema.

Angeregt zu dieser Ausstellung wurden die ehemalige Lehrerin des Ratsgymnasiums Ute Becker und das Ausstellungsteam zum einen durch die Fragen von Lehrerinnen und Lehrern nach geeigneter Unterrichtslektüre während der Führungen. Hauptsächlich aber durch Gespräche mit den Schülern, die in großer Offenheit geführt wurden und die zeigten, dass junge Menschen die Frage, wie es zur nationalsozialistischen Herrschaft und zu ihren Verbrechen kommen konnte, noch immer bewegt. Und dass sie nach Antworten suchen.

Kinder- und Jugendliteratur, die sich diesem schwierigen Thema stellt und sich authentisch und ernsthaft mit ihm auseinander setzt, bietet eine wunderbare und befriedigende Möglichkeit, auf die Fragen der Jugendlichen eine Antwort zu geben. Sowohl in vorrangig biografischer als auch in fiktionaler Form.

Die Ausstellung wendet sich an Eltern und Erzieher, die mit Kindern oder Jugendlichen über den Nationalsozialismus ins Gespräch kommen möchten. Es werden Bücher vorgestellt, die für den Unterricht geeignet sind. Sie wendet sich aber besonders an Kinder und Jugendliche ab etwa 10 Jahren.

Zur Eröffnung las die Jugendbuchautorin Anne Voorhoeve aus ihrem Roman »Liverpool Street«. Am 25. Januar 2011 las Anja Tuckermann aus ihrem Buch »Denk nicht, wir bleiben hier!« (siehe auch »Aktuelles/Der unbekannte Holocaust«)

Weitere Informationen bei der Gedenkstätte Augustaschacht unter Tel. 0 54 05/8 95 92 70


VOLKSHOCHSCHULE OSNABRÜCK –
ab dem 15. Februar 2011 um 16.45 bis 19 Uhr

Arbeitskreis Geschichte des Nationalsozialismus
in der Region Osnabrück

Der Arbeitskreis diskutiert die bekannten und unbekannten Seiten des Nationalsozialismus und seiner Opfer in der Region Osnabrück. Weiterhin werden die regionalen Hinterlassenschaften und Folgen von Krieg und Nationalsozialismus erörtert.

Kursleitung: Dr. Michael Gander,
Gedenkstätte Augustaschacht e.V.
Anmeldung über die Gedenkstätte Augustaschacht.
15 Termine


GESTAPOKELLER – 20. Februar 2011, um 15.00 Uhr

»Ich werde nicht müde - das Leben des Malers Felix Nussbaum in seinen Bildern erzählt«

Eine Lesung für Kinder ab 9 Jahren, mit Bildern und einer erstaunlichen Musik, mit Manfred Blieffert.

Referent: Manfred Blieffert, Künstler, Osnabrück
Eintritt frei



VOLKSHOCHSCHULE OSNABRÜCK – 8. März 2011, um 19.30 Uhr

Ist Anne Frank noch aktuell? – Jugendliche und die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit

Es ist eine Debatte, die immer wieder aufflammt: Brauchen wir mehr als 65 Jahre nach dem Zusammenbruch der Nazi-Herrschaft immer noch eine Aufarbeitung unserer Vergangenheit und muss sich die heutige Jugend immer wieder mit dem Thema Nationalsozialismus auseinandersetzen? Mit welchem Ziel und wie soll diese Auseinandersetzung erfolgen und welchen Beitrag können pädagogische Materialien und Kinder- und Jugendbücher dabei leisten?

Referent: Prof. Dr. Micha Brumlik, Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt
Eintritt frei


GESTAPOKELLER – 13. März 2011, um 15.00 Uhr

»Erzähl mir die Wahrheit!« – Kinder und Jugendliteratur zu Holocaust und NS am authentischen Ort

Ausstellung –  F ü h r u n g   f ü r   K i n d e r

Anfang 1938 bezog die Osnabrücker Gestapo den Westflügel des Schlosses. ln den heutigen Verwaltungsräumen der Universität fanden Verhöre missliebiger Personen und erste körperliche Übergriffe statt. In den Zellen im Keller, in denen sich heute die Gedenkstätte befindet, wurden 1938 in der Pogromnacht des 9. November 90 Männer der jüdischen Gemeinde Osnabrück vor ihrem Transport in die Konzentrationslager Buchenwald und Sachsenhausen inhaftiert. ln diesen Kellerräumen zeigt die Gedenkstätte eine ausgewählte Sammlung von Kinder- und Jugendbüchern zu Holocaust und Nationalsozialismus. Sie will damit zeigen, dass durch die Lektüre geeigneter Bücher geschichtliches Lernen auf eine sehr persönliche Weise möglich ist.

Referentin: Ute Becker
Eintritt: 3 €


VOLKSHOCHSCHULE OSNABRÜCK – 15. und 16. März 2011

Auschwitz: Häftlingsnummer 50462 –
Zeitzeugengespräch in Schulen

Erna Korn, die heute Erna de Vries heißt, wurde 1923 in Kaiserslautern als einziges Kind einer Unternehmerfamilie geboren. Ihre Mutter war Jüdin und ihr Vater Protestant. Mit der Machtübernahme der NSDAP verschlechterten sich die Lebensbedingungen der Familie immer weiter und die Firma musste verkauft werden. In der Pogromnacht im November 1938 tobte sich ein aufgestachelter Mob auch im Haus der Familie Korn aus, zerschlug alle Möbel und hinterließ eine völlig zerstörte Wohnung. 1943 schließlich folgte die Deportation in das Todeslager Auschwitz gemeinsam mit ihrer Mutter, die dort ermordet wurde. Erna de Vries selbst erlebte nach 20-monatiger Haft am 30. April 1945 auf einem Todesmarsch aus dem KZ Ravensbrück die Befreiung durch amerikanische Soldaten.

Referentin: Erna de Vries, Lathen
Anmeldung von Schulterminen bei Dr. Carl-Heinrich Bösling, Volkshochschule Osnabrück, Tel. 0541-323 2197, und Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht e.V.,
Tel. 05405-8959270.

siehe auch 17. Mai


AUGUSTASCHACHT – 19. März 2011, 13.30 bis 18.00 Uhr
V e r s c h o b e n   a u f   1 5 .   O k t o b e r   2 0 1 1

Erzählte Geschichte – was wissen wir eigentlich von den Erlebnissen unserer Eltern und Grosseltern in der Nazizeit, und hat es überhaupt noch etwas mit uns heute zu tun?

Veranstaltung in Kooperation mit der VHS Osnabrücker Land

Der Zweite Weltkrieg und die Nazizeit sind seit über 60 Jahren zu Ende. Dennoch sind die Folgen dieser Zeit nicht vorbei. Die Verbrechen der Täter haben immer noch Auswirkungen auf die Opfer und deren Nachkommen. Ebenso wirken sie auf die Nachkommen der Täter. Traumata werden (mindestens) bis in die dritte Generation weitergegeben, denn in den meisten Familien – sowohl bei den Opfern als auch auf der Täterseite – wurde über diese Zeit geschwiegen, das Erlebte, Getane, Gesehene nicht durch- und nicht verarbeitet. Sakino Mathilde Sternberg wuchs im Landkreis Osnabrück auf und erlebte in ihrer Familie das Schweigen ihres Vaters, ebenso wie das der Mutter und der gesamten Eltern- und Grosselterngeneration.

Als junge Erwachsene verliess sie ihre Heimat, um Psychologie zu studieren, aber auch, um ihrem Elternhaus zu entfliehen. Erst nach vielen Jahren und durch die Begegnung mit dem israelischen Psychologen Dan Bar On, der sich in den achtziger Jahren der Erforschung der Auswirkungen des  Holocaust auf die Nachkommen der Täter in Deutschland beschäftigt hatte, wurde ihr bewusst, dass sie einen wichtigen Teil ihrer eigenen Biografie noch nie angeschaut hatte. In den letzten 8 Jahren widmete sie einen grossen Teil ihrer Zeit und Energie einem Forschungsthema mit der Frage: Was hat der Vater im Krieg getan? Was hat er gewusst, was hat die Mutter gewusst, was haben andere aus der Familie und aus dieser Gegend getan und gewusst? In welcher Weise waren Menschen im Osnabrücker Land an den Verbrechen der Nazizeit beteiligt, und wie wird das Wissen heutzutage weitergegeben oder verschwiegen? Ebenso wichtig ist ihr, in ihrem eigenen  Leben ähnliche Tendenzen des Schweigens, Mitlaufens und Wegschauens zu erforschen und sie zu überwinden, indem sie darüber spricht und sich engagiert. Sakino Mathilde Sternberg ist Mitbegründerin und Vorsitzende des Vereins: »Dan Bar On – International Dialogue Center«, das sich mit Dialog- und Friedensprozessen prozessen beschäftigt (www.conflict-dialogue.org). Der Workshop soll die Möglichkeit bieten, das sogenannte »Storytelling«, das erzählen der Lebensgeschichte, kennen zu lernen. Nach einer Einführung erhalten die Teilnehmer die Gelegenheit, in einer strukturierten Weise eine praktische Erfahrung in dieser Methode zu machen.

Es wird Raum für Fragen, Diskussion und Miteinander geben.

Kursleitung: Sakino Mathilde Sternberg, Berlin
Anmeldung über Volkshochschule Osnabrücker Land:
Kurs Nr.  N800101.
Entgelt: 14 Euro


AUGUSTASCHACHT – 3. April 2011 um 15 Uhr

Vortrag und Gedenken zum 66. Jahrestag der Auflösung des Arbeitserziehungslagers Ohrbeck.

Am Ostersonntag 1945, dem damaligen 1. April, endete nach den grundlegenden Forschungen von Dr. Volker Issmer die Herrschaft der Osnabrücker Gestapo über die meisten Häftlinge des Arbeitserziehungslagers Ohrbeck. 15 Monate nach seiner Gründung im Januar 1944 lösten die Verantwortlichen das Straflager vor den nahenden alliierten Truppen auf. Insgesamt fielen mindestens 100 der insgesamt 2000 Häftlinge aus 17 Nationen den katastrophalen hygienischen Verhältnissen, der organisierten Unterernährung und den Gewalttaten des Lagerpersonals zum Opfer. Das Ende des Lagers bedeutete noch kein Überleben für alle Häftlinge, aber für viele war es die Rettung. Das Gedenken an den 1. April 1945 eröffnet somit den Blick auf die Geschichte und die Nachwirkungen des »KZ der Gestapo«, wie dieser Lagertyp in der Geschichtswissenschaft inzwischen bezeichnet wird, in der Region Osnabrück.

Im Mittelpunkt des Gedenkens steht ein Vortrag der Osnabrücker Historikerin Dr. Ute Vergin zum Thema:

"--- wurde für die Dauer von 8 Wochen in ein Arbeitszuchtlager überwiesen ---"
Es ist unglaublich: Der NS-Staat verstand sich als »Rechtsstaat«! Unrecht wurde zu Recht, indem es schriftlich fixiert und durch Gesetze und Verordnungen legitimiert wurde. Davon betroffen war auch die Arbeitsgesetzgebung, die die Freizügigkeit auf dem Arbeitsmarkt aufhob und die allgemeine Dienstpflicht einführte. Somit wurde jeder Verstoß gegen die Arbeitsgesetzgebung kriminalisiert und konnte geahndet werden. Davon betroffen waren alle Arbeitnehmer; aber während solche Verstöße (z. B. Unpünktlichkeit) von Deutschen überwiegend innerbetrieblich bestraft wurden, mussten Zwangsarbeiter(innen) die volle Härte dieser Gesetze erfahren.

Der Vortrag stellt die stufenweise Entrechtung auf dem Arbeitsmarkt und damit verbunden das zunehmend ausdifferenzierte Strafsystem vor, an dessen Ende die Einweisung in ein Arbeitserziehungslager stand.

Eintritt frei


VOLKSHOCHSCHULE OSNABRÜCK – 9. April 2011

Exkursion zur neugestalteten Gedenkstätte Bergen-Belsen

Das neue Ausstellungsgebäude der Gedenkstätte Bergen-Belsen enthält eine dreiteilige neue Dauerausstellung zur Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Bergen-Belsen, des Konzentrationslagers Bergen-Belsen und des DP-Camps Bergen-Belsen. Auch das Gelände wird wieder »lesbar« gemacht.

Die Bilder des Grauens, die sich den englischen Soldaten bei der Befreiung des Lagers am 15. April 1945 boten, gingen um die ganze Welt. Der Name Bergen-Belsen wurde zu einem Symbol für die Gräuel des nationalsozialistischen Konzentrationslagersystems und den Terror und die Verbrechen der NS-Herrschaft. Unweit des späteren Konzentrationslagers entstand das Kriegsgefangenen-Stammlager Bergen-Belsen, das ab Spätsommer 1941, nach dem Überfall auf die Sowjetunion, mit sowjetischen Kriegsgefangenen belegt wurde. Die schlechte Unterbringung, Hunger, Erschöpfung und eine Ruhr- und Fleckfieberepidemie führten 1941/42 zu einem Massensterben der Gefangenen. Insgesamt starben in dem Kriegsgefangenenlager mindestens 19.500 Kriegsgefangene. Eine der etwa 8.000 Frauen von 15.257 Häftlingen, die sich am 2. Dezember 1944 im Lager Bergen-Belsen befanden, war das 15-jährige Mädchen Anne Frank. Sie starb im März 1945 kurz nach ihrer Schwester Margot in Bergen-Belsen an Typhus. Im Konzentrationslager Bergen-Belsen und an den Folgen der KZ-Haft starben über 49.000 Menschen. Die Teilnehmer besichtigen unter sachkundiger Leitung das ehemalige Lagergelände und das neueröffnete Ausstellungsgebäude.

Kursleitung: Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht e.V.
Abfahrt: 8.00 Uhr: Haus der Volkshochschule, Bergstraße 8; Rückkehr: ca. 19.00 Uhr
Anmeldung über Volkshochschule Osnabrück:
Kurs Nr. 50858.
Entgelt: 25 Euro


AUGUSTASCHACHT – 8. Mai 2011 um 15 Uhr

Der Augustaschacht im Licht der historischen Bauforschung: Neue Erkenntnisse zu Gestalt und Topographie der Lager Ohrbeck

Das Schachtgebäude steht heute als unübersehbares Zeugnis für die Zeit zwischen 1940 und 1945, als sich in ihm zunächst ein Kriegsgefangenenlager und dann ein »Arbeitserziehungslager« der Gestapo befanden. Indessen tritt uns der Bau nicht »unverfälscht« entgegen, sondern als Produkt zahlreicher Eingriffe nach 1945, die vor allem sein Inneres stark veränderten. Ein neues Bild von seiner lagerzeitlichen Gestalt und Binnenorganisation erbrachten die jüngsten bauhistorischen Untersuchungen, deren Ergebnisse hier erstmals vorgestellt werden. Vortrag mit Führung durch das Augustaschachtgebäude.

Referenten: Dipl.-Ing. Barbara Schulz, Axel Drieschner M.A., Büro für Zeitgeschichte und Denkmalpflege, Berlin
Eintritt frei


VOLKSHOCHSCHULE OSNABRÜCK – 16.–20. Mai 2011

Ich bin der Jude Sally! Ich war der Hitlerjunge Salomon – Vortrag und Zeitzeugengespräch

1925 wird Salomon Perel im niedersächsischen Peine geboren. Als Zehnjähriger weicht er mit seiner Familie der braunen Gefahr und zieht nach Lodz. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Polen flieht er mit seinem Bruder nach Russland. Die Eltern bleiben im Ghetto zurück, wo sie um kommen. Bei Beginn des Blitzkrieges gegen Russland fällt er in die Hände der deutschen Wehrmacht. Den sicheren Tod vor Augen, erklärt er: »Ich bin Volksdeutscher«. So wurde aus Sally Perel Josef Perjell. Das Buch »Ich war der Hitlerjunge Salomon« ist die autorisierte Autobiografie des Sally Perel, der hier über die Schilderung seiner aberwitzigen Erlebnisse hinaus auch seine Gedanken und Gefühle offenlegt, seine Zerissenheit beschreibt, den inneren Kampf mit dem Hitlerjungen Jupp, der er wirklich war. Aus der Distanz von mehr als 60 Jahren versucht er, die Ereignisse zu reflektieren und zu bewerten.

Referent: Sally Perel, Israel
Anmeldung von Schulterminen bei Dr. Carl-Heinrich Bösling, Volkshochschule Osnabrück, Tel. 0541-323 2197.


VOLKSHOCHSCHULE OSNABRÜCK – 17. Mai 2011 um 19.30 Uhr

Auschwitz: Häftlingsnummer 50462 –
Vortrag und Zeitzeugengespräch in Schulen

Erna Korn, die heute Erna de Vries heißt, wurde 1923 in Kaiserslautern als einziges Kind einer Unternehmerfamilie geboren. Ihre Mutter war Jüdin und ihr Vater Protestant. Mit der Machtübernahme der NSDAP verschlechterten sich die Lebensbedingungen der Familie immer weiter und die Firma musste verkauft werden. In der Pogromnacht im November 1938 tobte sich ein aufgestachelter Mob auch im Haus der Familie Korn aus, zerschlug alle Möbel und hinterließ eine völlig zerstörte Wohnung. 1943 schließlich folgte die Deportation in das Todeslager Auschwitz gemeinsam mit ihrer Mutter, die dort ermordet wurde. Erna de Vries selbst erlebte nach 20-monatiger Haft am 30. April 1945 auf einem Todesmarsch aus dem KZ Ravensbrück die Befreiung durch amerikanische Soldaten ...

Referentin: Erna de Vries, Lathen
Anmeldung von Schulterminen bei Dr. Carl-Heinrich Bösling, Volkshochschule Osnabrück, Tel. 0541-323 2197, und Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht e.V., Tel. 05405-8959270.

Schulbesuche sind möglich am Dienstag, den 17.5.2011, ab 11.30 Uhr, sowie am Mittwoch, den 18.5.2011, vormittags.

siehe auch 15. März


VILLA SCHLIKKER – 9. Juni 2011 um 19.30 Uhr

Osnabrück, 6. April 1945

Am 6. April 1945, zwei Tage nach der Kapitulation der Stadt, kommt es in der Johannisstraße zu einem tragischen Vorfall. Bei einem Brand in den Trümmern des Kaufhauses Leffers kommen zwei Menschen ums Leben. Das Eingreifen eines britischen Pioniercorps verhindert eine höhere Opferzahl. Handelte es sich um ein Unglück oder wurde der Brand vorsätzlich gelegt, um befreite Zwangsarbeiter »auszuräuchern«? Die Untersuchung des Falles veranschaulicht, dass es eine »Stunde Null« nicht gegeben hat.

Referent: Reiner Wolf, Osnabrück


VOLKSHOCHSCHULE OSNABRÜCKER LAND – 18. Juni 2011

Exkursion zum Anne-Frank-Haus nach Amsterdam mit Zeitzeugengespräch

Nunmehr 66 Jahre nach dem Tod von Anne Frank ist das Anne Frank Haus ein Museum, das den Besuchern die Möglichkeit bietet, sich in das einzufühlen, was sich an diesem Ort zugetragen hat. Die Zimmer im Hinterhaus, die damals als Versteck gedient hatten, sind dank einer gründlichen Konservierung im authentischen Zustand erhalten geblieben. Da die Möbel damals kurz nach der Verhaftung der Untergetauchten abtransportiert wurden, sind diese Räume leer. Im Hinterhaus werden bewahrt gebliebene Dokumente und Gegenstände der acht Verfolgten, unter ihnen die Familie van Pels aus Osnabrück, ausgestellt. Das Vorderhaus, der Arbeitsplatz der Helfer und das ehemalige Büro Otto Franks, wurde so rekonstruiert, dass es die Atmosphäre und den Stil jener Zeit atmet.

Für Besucher wird in eindrucksvoller Weise nachvollziehbar, was sich an diesem Ort ereignete. Die Geschichte wird anhand von Zitaten aus Anne Franks Tagebuch erzählt. Originale Einrichtungsgegenstände, Dokumente und Fotos vertiefen die persönliche Geschichte der Zeit im Versteck und der Deportation in die Lager. Die interaktive Ausstellung »Grenzfälle« greift ein aktuelles Thema auf.

Vor dem individuellen Besuch des Anne Frank Hauses erwartet die Teilnehmer eine halbstündige Einführung durch Mitarbeiter des Museums. Nach einer Mittagspause zur freien Verfügung besuchen wir das Monument »Markt für Juden« der niederländischen Künstlerin Truus Menger. Dort begegnen wir Celine van de Hoek, die im Alter von 24 Jahren als Jüdin nach Auschwitz verschleppt wurde. Im ehemals größten jüdischen Wohnbezirk von Amsterdam besuchen wir die Orte an denen Anne Frank und ihre Familie vor dem Untertauchen lebten.

Referent: Reiner Wolf, Osnabrück


AUGUSTASCHACHT – 13. Februar 2010, 15.00 Uhr

Aufarbeitung der Zwangsarbeit in den Niederlanden: Individuelle Erinnerungen in der Nachkriegszeit

Zum Großteil zwangsverpflichtet haben auf nationalsozialistischem Territorium eine halbe Million Niederländer ihren Arbeitsdienst geleistet. Bei ihrer Rückkehr in die Heimat war es nicht immer einfach, ein »normales« Leben wieder aufzubauen. In dem Vortrag werden in diesem Zusammenhang die Nachkriegszeit in den Niederlanden thematisiert und individuelle Schicksale der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus dem Gebiet des Deutschen Reiches in ihr Heimatland zurückgekehrten niederländischen Zwangsarbeiter beleuchtet.

Referentin: Tatsiana Vaitulevich, M.A., Georg-August-Universität Göttingen
Kurs Nr. 409675
Eintritt frei

Abbildung: J.G. Evers und Frau, 1996. Entnommen aus dem Buch von Volker Issmer »Das Arbeitserziehungslager Ohrbeck bei Osnabrück«, 2000.


GESTAPOKELLER – 25. Januar 2011, 19.30 Uhr

Der unbekannte Holocaust
Lesung von Anja Tuckermann

Die Journalistin und Jugendbuchautorin Anja Tuckermann liest aus ihrem Buch »Denk nicht, wir bleiben hier«, in dem sie vom Überlebenskampf des Sinto Hugo Höllenreiner und seiner Familie während der NS-Zeit erzählt. Der neunjährige Hugo wurde mit Eltern, Geschwistern und dem Großteil der Verwandten nach Auschwitz deportiert. Als 1943 das »Zigeunerlager« aufgelöst und die Insassen ins Gas geschickt werden sollen, kommt es zu einem Aufstand, den Hugo überlebt. Nach einer Odyssee durch verschiedene Lager wird er 1945 in Bergen-Belsen von englischen Soldaten befreit. Erst als sechzigjähriger vermag Hugo Höllenreiner über das zu sprechen, was ihm in den Lagern angetan wurde – über die Experimente des Lagerarztes Mengele. Anja Tuckermann hat seine Antworten aus Gesprächen, die sie mit ihm führte, in ihren Text eingefügt. So erfahren wir, wie schwer es Ihm noch heute fällt, über seine traumatischen Erfahrungen zu sprechen, wie er es aber dennoch tut, »damit die Vergangenheit nicht vergessen wird«. Entstanden ist mehr als ein Jugendbuch.

Einführung und Moderation: Ute Becker
Kurs Nr. 40974.
Eintritt frei


KULTURGESCHICHTLICHES MUSEUM OSNABRÜCK –
9. Dezember, 19.30 Uhr

Heimatkunst und Nationalsozialismus –
Das Beispiel Fritz Röhrs

Der Einzug der nationalsozialistischen Ideologie in alle Lebensbereiche forderte eine Hinwendung zur »heimischen Kunst«. Moderne Kunst wurde dagegen aus den Sammlungen der Museen entfernt, verkauft, vernichtet und 1937 in der Propagandaausstellung »Entartete Kunst« desavouiert. NS-konforme Kunst musste ideologisch verwertbar sein. So forderte das Rassenpolitische Amt der NSDAP z.B. 1937 Künstler auf, Familien mit wenigstens vier Kindern darzustellen, um so auf die Bevölkerungspolitik Einfluss zu nehmen – Hitler brauchte Soldaten. In diesem ideologischen Umfeld wirkten regionale Künstler wie der Osnabrücker Holzschneider Fritz Röhrs (1896–1959). Sein Werk und dessen Wirkung bis in die jüngste Gegenwart wird näher vorgestellt.

Referentin: Hilde Schreiner, Damme


AUGUSTASCHACHT – 13. November 2010

Exkursion zur Gedenkstätte Esterwegen und zum DIZ Emslandlager

Abfahrt:  8.00 Uhr: ab Kreishaus, Schölerberg 1;
Rückkehr: ca. 18.30 Uhr

Insgesamt 15 Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlager richteten die Nationalsozialisten und ihre Handlanger im Emsland ein. Tausende von Menschen wurden in den Lagern gefangen gehalten, darunter zahlreiche »politische Gefangene« – auch aus dem Osnabrücker Land –, die den Nationalsozialisten bei der Durchsetzung ihrer Herrschaft im Wege waren. Der Aufbau der Emslandlager vollzog sich in drei Phasen, die sich zeitlich überschnitten: 1933–1936 richtete die SS Konzentrationslager in Börgermoor, Neusustrum und Esterwegen ein. An das Schicksal dieser Gefangenen erinnern insbesondere das Lied der Moorsoldaten und stellvertretend die Geschichte des Nobelpreisträgers Carl von Ossietzky. 1934–1945 entstanden zudem 6 Strafvollzugslager unter Aufsicht der Justizverwaltung. Häftlinge dieser Lager wurden auch zur Zwangsarbeit in Osnabrück eingesetzt. 1939–1945 betrieb die Wehrmacht schließlich neun Kriegsgefangenenlager, aus denen fast alle in der Region Osnabrück zur Arbeit eingesetzten Kriegsgefangenen stammten und in denen allein mehrere Tausend sowjetische Kriegsgefangene den unmenschlichen Haftbedingungen zum Opfer fielen. Im Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) in Papenburg erwarten die Teilnehmer ein DIA-Vortrag, ein Zeitzeugenfilm und eine Ausstellung zur Geschichte der Emslandlager. Nach einer Mittagspause folgt in der Gedenkstätte Esterwegen eine Führung zu den in den vergangenen Jahren freigelegten Überresten des Konzentrationslagers Esterwegen.

Kursleitung: Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht e.V.
Anmeldung über Volkshochschule Osnabrücker Land. Tel. 0541 501 7777
Kosten: Bus, 15 Euro pauschal für Fahrtkosten Begleitung Esterwegen
3 Euro pro Person
20-30 TN angemeldet


AUGUSTASCHACHT – 7. November 2010, 15.00 Uhr

Undzere Kinder – Filmvorführung

Jüdische Waisenkinder, die das Ghetto überlebt haben, spielen zusammen mit zwei jüdischen Schauspielern, die im sowjetischen Exil den nationalsozialistischen Verfolgungen entkommen waren, die Hauptrollen im letzten in Polen in jiddischer Sprache entstandenen Film. »Undzere Kinder« (»Unsere Kinder« auf Deutsch) ist ein besonderer Film von Nathan Gross über das Überleben und die Darstellbarkeit  der erlebten Verbrechen.

In diesem bereits im Jahre 1948 gedrehten Film besuchen die berühmten jiddischen Komödianten Dzigan und Szumacher ein Waisenhaus in der Nähe von Lodz, um vor einer Gruppe jüdischer Waisenkinder, die den Holocaust überlebt haben, aufzutreten. Ihr Theaterprogramm, obschon gut gemeint, weckt schmerzhafte Erinnerungen und durch seine beschönigende Darstellung der Kriegsbedingungen den wütenden Protest der Kinder.  Geprägt durch ihre realen Erfahrungen von Ausgrenzung und Verlust, beginnen die Kinder ihre Geschichten zu erzählen.

Einführung: Dr. Tobias Ebbrecht, Filmhistoriker, Berlin
Kommentar: Hartmut Böhm, Psychologe, Osnabrück
Kurs Nr. 40972.
Eintritt frei


SCHULEN – 3. und 4. November 2010

Auschwitz: Häftlingsnummer 50462 –
Vortrag und Zeitzeugengespräch in Schulen

Erna Korn, die heute Erna de Vries heißt, wurde 1923 in Kaiserslautern als einziges Kind einer Unternehmerfamilie geboren. Ihre Mutter war Jüdin und ihr Vater Protestant. Mit der Machtübernahme der NSDAP verschlechterten sich die Lebensbedingungen der Familie immer weiter und die Firma musste verkauft werden. In der Pogromnacht im November 1938 tobte sich ein aufgestachelter Mob auch im Haus der Familie Korn aus, zerschlug alle Möbel und hinterließ eine völlig zerstörte Wohnung. 1943 schließlich folgte die Deportation in das Todeslager Auschwitz gemeinsam mit ihrer Mutter, die dort ermordet wurde. Erna de Vries selbst erlebte nach 20-monatiger Haft am 30. April 1945 auf einem Todesmarsch aus dem KZ Ravensbrück die Befreiung durch amerikanische Soldaten.

Referentin: Erna de Vries, Lathen
Anmeldung von Schulterminen bei Dr. Carl-Heinrich Bösling, Volkshochschule Osnabrück, Tel. 0541-323 2197, und Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht e.V., Tel. 05405-8959270. Kurs Nr. 40971.
Schulbesuche sind möglich am Mittwoch, den 3.11.2010, ab 11.30 Uhr, sowie am Donnerstag, den 4.11.2010, vormittags.
Eintritt frei


VOLKSHOCHSCHULE OSNABRÜCK – 2. November 2010, 19.30 Uhr

Das Katyner Verbrechen vor 70 Jahren. Politische Dimensionen eines Massenmordes an der polnischen Elite

Im Frühjahr 1940 ermordete auf Befehl Stalins der sowjetische Geheimdienst NKWD über 22.000 polnische Militärs und Intellektuelle, die nach dem Kriegsausbruch in sowjetische Gefangenschaft geraten waren. Als 1943 in Katyn, in einem kleinen Dorf in der Nähe von Smolensk, ein Teil der Massengräber entdeckt wurde, beschuldigte Stalin die Deutschen des Verbrechens. Die Lüge wurde durch die Westalliierten durchschaut, aber öffentlich nicht zurückgewiesen, um die Kriegskoalition nicht zu schwächen – somit wurde das  Verbrechen zum Politikum. Erst im April 1990 gab der sowjetische Präsident Gorbatschow die Schuld an dem Verbrechen zu.

Für die Polen ist Katyn ein Synonym für politischen Massenmord und politische Instrumentalisierung des Verbrechens. In dem Vortrag sollen auch die politischen Auswirkungen des Flugzeugunglücks mit dem Tod des polnischen Präsidentenpaares einbezogen werden.

Referentin: Urszula Ornat, Historikerin,
Diözesanmuseum Osnabrück
Haus der Volkshochschule, Bergstraße 8, im Vortragssaal, Tel. 0541-323 2243. Kurs Nr. 40970

Eintritt frei


AUGUSTASCHACHT – 24. Oktober 2010, 15–17 Uhr

Führung durch die Gedenkstätte Augustaschacht

Die Gedenkstätte Augustaschacht erinnert am Ort des ehemaligen Arbeitserziehungslagers Ohrbeck an die Opfer und die Zeit des Nationalsozialismus im Osnabrücker Land. Das denkmalgeschützte ehemalige Lagergebäude, der Augustaschacht, ist Zeugnis schwerster  Verbrechen. Das Arbeitserziehungslager Ohrbeck wird in der Geschichtsschreibung als »KZ der Gestapo« bezeichnet. Insgesamt waren dort mehr als 2.000 Jugendliche und Männer zwischen Januar 1944 und April 1945 inhaftiert. Sie kamen aus 17 Ländern, insbesondere den Niederlanden, der damaligen Sowjetunion, Italien und Polen. Mindestens 100 von Ihnen überlebten die durchschnittlich auf 8 Wochen begrenzten unmenschlichen Arbeits- und Haftbedingungen nicht. Diese in der Region Osnabrück einzigartige Geschichte des Augustaschachtes  und ihre steinernen Spuren erleichtern in besonderer Weise Annäherungen an das Leben und Handeln der Menschen im II. Weltkrieg.

Leitung: Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht
Anmeldung über Volkshochschule Osnabrücker Land, Tel. 0541 501 7777


ESTERWEGEN – 7. Oktober 2010, 19.30 Uhr

»Osnabrück grüßt die alten SS-Kameraden«.
Das Jubiläumstreffen der SS 1937

Fünf Jahre nach ihrer Gründung feierte sich die Osnabrücker Formation der SS selbst. Mit großem Aufwand und tagelangen Feiern demonstrierte sie zwei Jahre vor Kriegsbeginn Stärke und Selbstherrlichkeit. Sogar aus Berlin war eigens der Musikzug der SS-Leibstandarte »Adolf Hitler« angereist, um die Festlichkeiten musikalisch zu begleiten. Und auch die Stadtoffiziellen hieß die SS-Führer im Rathaus mit allen Ehren willkommen.

Der Referent zeigt die Stationen und Abläufe des Jubiläumstreffens anhand bisher unveröffentlichter Bilder und schildert damit erstmalig ein lange vergessenes Ereignis der Osnabrücker Stadtgeschichte.

Moderation: Dr. Sebastian Weitkamp


AUGUSTASCHACHT – 3. Oktober 2010, 15.00 Uhr

Chanson vom Montag –
Konzert von Günter Gall und Konstantin Vassiliev

Günter Gall und Konstantin Vassiliev widmen der selbsternannten »Großstadtlerche« ein empfindsames Memento: Mascha Kaléko (1907–1974) gehörte um 1930 in Berlin zum Dichterkreis um das Romanische Café. Alfred Polgar, der bekannte Kritiker, rühmte sie als sensible Beobachterin des Grosstadtlebens »voll weiblichem Charme und politischer Schärfe«. Ihr »lyrisches Stenogrammheft« war ein großer Erfolg. Sie war Jüdin. 1938 mußte sie ihrer Familie nach New York fliehen. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie in Israel und der Schweiz. Ihr dramatischer Lebenslauf erfordert eine große Spannbreite in der musikalischen Umsetzung. Dem werden Gall und Vassiliev mit ihrer Musik von Klassik über Folk bis Chanson vollauf gerecht.

Anmeldung über Volkshochschule Osnabrück:
Tel. 0541-323 2243.  Kurs Nr. 40969.
Eintritt: 7 Euro / 5 Euro


AUGUSTASCHACHT – 29. September 2010, 19.00 Uhr

Vor 68 Jahren aus der Ukraine nach Osnabrück verschleppt – Begegnung mit ehemaligen Zwangsarbeitern und Schülern beider Länder

In der Zeit des Nationalsozialismus waren über 4.300 Frauen, Männer und Kinder aus der damaligen Sowjetunion nach Osnabrück verschleppt worden. Die Meisten von ihnen waren damals Jugendliche und stammten aus der Ukraine. Ihre Geschichte und Erfahrungen werden erst seit wenigen Jahren in Deutschland und der Ukraine wahrgenommen.

Den Überlebenden Gehör zu verschaffen und die gegenwärtigen Verbindungen zwischen den Menschen beider Länder zu vertiefen, sind die Ziele eines deutsch-ukrainischen Begegnungsprojektes der Gedenkstätte Augustaschacht. Jugendliche der Osnabrücker Ursulaschule und des Simferopoler Gymnasiums Nr. 9 (Ukraine) besuchten im Mai dieses Jahres in der Ukraine gemeinsam Zeitzeugen, die in Osnabrück zwangsweise gearbeitet hatten. Mit Unterstützung von Osnabrücker Gedenkstättenmitarbeitern und Lehrerinnen beider Schulen interviewten sie die Zeitzeugen und luden Sie zu einer Spurensuche nach Osnabrück ein.

Der Besuch der Zeitzeugen mit ihren Angehörigen und den Schülern aus Simferopol findet in der letzten Septemberwoche 2010 statt. Als Ergebnis dieser ungewöhnlichen Begegnung zwischen den Generationen stellen die deutschen und ukrainischen Schüler in dieser Veranstaltung die Lebenswege, der von Ihnen begleiteten ehemaligen Zwangsarbeiter, der Öffentlichkeit vor. Anschließend sind die ukrainischen Zeitzeugen zum Gespräch bereit.

Moderation: Dr. Michael Gander,
Gedenkstätte Augustaschacht e.V.
Veranstaltung der Volkshochschule Osnabrück und der Gedenkstätte Augustaschacht
Kurs Nr. 40976
Eintritt frei


GESTAPOKELLER – 19. September 2010

Ausstellung »Kinder und Jugendliteratur zu Nationalsozialismus und Holocaust«
Lesung vom Jugendromans »Liverpool Street«
von Anne Vorhoeve

Eröffnung der Ausstellung: 19. September 2010, 18.00 Uhr
Lesung: 19. September 2010, 19.00 Uhr

»Es war viel schlimmer, als ich mir vorgestellt hatte«. Das muss Franziska, Hauptfigur des Jugendromans »Liverpool Street« erfahren, als sie sich von ihrer Mutter verabschiedet, die sie mit einem Kindertransport nach England schickt. In einer beispiellosen Rettungsaktion von Dezember 1938 bis August 1939 gelang es rund 10.000 jüdische Kinder aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei buchstäblich in letzter Minute vor dem Nazi-Regime zu retten.

Anne Vorhoeve untersucht in ihrem Roman am Beispiel der 11-jährigen Franziska, was es für ein Kind bedeutete, aus den vertrauten Verhältnissen abrupt herausgerissen und in ein fremdes Land verpflanzt zu werden, dessen Sprache es nicht konnte.

Die Lesung findet in Rahmen der Eröffnung der Ausstellung »Kinder und Jugendliteratur zu Nationalsozialismus und Holocaust« statt, zu der Sie wie zu der Lesung herzlich eingeladen sind.


VOLKSHOCHSCHULE OSNABRÜCK –
ab dem 14. September 2010 um 16.45 bis 19 Uhr

Arbeitskreis Geschichte des Nationalsozialismus
in der Region Osnabrück

Der Arbeitskreis diskutiert die bekannten und unbekannten Seiten des Nationalsozialismus und seiner Opfer in der Region Osnabrück. Weiterhin werden die regionalen Hinterlassenschaften und Folgen von Krieg und Nationalsozialismus erörtert.

Kursleitung: Dr. Michael Gander,
Gedenkstätte Augustaschacht e.V.
Anmeldung über die Gedenkstätte Augustaschacht.
15 Termine


VOLKSHOCHSCHULE OSNABRÜCK – 11. September 2010

Depot_Dämon_Denkort
Tagesfahrt zum U-Boot-Bunker in Bremen-Farge

Abfahrt: 8.00 Uhr, Haus der Volkshochschule,
Bergstraße 8.
Rückkehr: ca. 18.00 Uhr

Der Bunker Valentin ist eines der größten baulichen Relikte des Nationalsozialismus. Geplant wurde er als bombensichere Fabrik für U-Boote.1943 bis 1945 arbeiteten Tausende am Bunker. Sie kamen aus ganz Europa. Sie kamen unter Zwang. Sie arbeiteten unter Zwang. Als Kriegsgefangene, Zivilarbeiter, Häftlinge aus Konzentrations- und Arbeitserziehungslagern. Viele von ihnen starben beim Bau. An Unterernährung und Krankheiten, an Überarbeitung und durch willkürliche Tötungen. Bis heute steht der inzwischen als Marinedepot genutzte Bunker – weithin sichtbar – am idyllischen Weserstrand. Zwischen dem Bunker Valentin und der Geschichte der Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht besteht eine Verbindung. Im Jahre 1944 wurde die Osnabrücker Gestapo der Gestapo Bremen unterstellt und das Arbeitserziehungslager Ohrbeck wurde ein Außenlager des Arbeitserziehungslagers Farge, das sich in der Nähe des Bunkers Valentin befand und dessen Gefangenen auf der Bunkerbaustelle arbeiten mussten. Nach einer Besichtigung des Bunkers und der dortigen Ausstellung werden im Anschluss an eine Mittagspause im Außengelände die Standorte der Zwangsarbeiterlager und die Gedenkstätte »Baracke 27« besucht. Da häufiger der Bus benutzt werden muss, ist die Teilnahme für Gehbehinderte nicht gut geeignet, aber Hilfestellungen beim Ein- und Ausstieg werden gerne gegeben.

Begleiter: Dr. Michael Gander,
Gedenkstätte Augustaschacht e.V.
Anmeldung über die Volkshochschule Osnabrück.
Tel. 0541-323 2243. Kurs Nr. 40965.
Preis: 33 Euro

Foto: Johanna Ahlert / Silke Schmidt


GESTAPOKELLER und AUGUSTASCHACHT
Gedenkstätte Gestapokeller, 11. April bis 5. September 2010
Gedenkstätte Augustaschacht, 11. April bis 16. Mai 2010
Eintritt frei

Bunker Valentin – Dokumentarische Fotografien von Johanna Ahlert und Silke Schmidt

Eine Fotodokumentation über den Bunker Valentin in Bremen Farge in dem Zeitraum 2005 bis 2006. Der Bunker Valentin ist eines der größten baulichen Relikte des Nationalsozialismus. Geplant wurde er als bombensichere fordistische Fabrik für U-Boote, gebaut in den Jahren 1943–1945. Bis heute steht er – weithin sichtbar – am idyllischen Weserstrand. Noch existiert keine Dokumentationsstätte vor Ort, seine Geschichte erschließt sich nur wenigen.

Als Fotografinnen interessierte die Künstlerinnen der »Jetzt«-Zustand eines historischen Ortes: »Das Mittel der Fotografie hat uns den Zugang zu diesem Ort erleichtert und zu einer persönlichen, intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte geführt. Wie gehen wir heute mit den Spuren, den Zeichen, den Resten aus der Vergangenheit um, wie nehmen wir diese wahr?« Die Fotos zeigen Innen- und Aussenaufnahmen des Gebäudes und einige in der umliegenden Landschaft schwer auffindbaren Reste der damaligen Zwangsarbeiter- und des Konzentrationslager.

Die Arbeit ist mehr als eine Abbildung des Ist-Zustandes. Sie ist ein Versuch Eindrücke und widersprüchliche Stimmungen dieses Ortes abzubilden: Die Faszination, die von diesem Großbauprojekt, einer Ikone des Betonbaus, ausgeht, prägte die technischen Eliten, aber auch die deutschen Vorarbeiter und die Bevölkerung vor Ort. Diese Faszination überdauert den Nationalsozialismus bis heute. Die Fotos kontrastieren die Ästhetik der glatten Flächen des Betons wie die Gigantonomie des Bunkers mit den Spuren und Überwucherungen durch Pflanzen. Diese Spuren verweisen auf die Vergänglichkeit selbst dieses Relikts ebenso wie auf die unsichtbaren Lager des Nationalsozialismus.

Text entnommen aus: 2009/ Kunstfoyer 09/ Fotodokumentation/ Bunker Valentin/ Hrsg radiobremen

Es besteht eine Verbindung zwischen dem Bunker Valentin und der Geschichte der Gedenkstätte Gestapokeller und Augustaschacht. Im Jahr 1944 wurde die Osnabrücker Gestapo der Gestapo Bremen unterstellt und das Arbeitserziehungslager Ohrbeck wurde ein Außenlager des Arbeitserziehungslager Farge, das sich in der Nähe des Bunkers Valentin befand und dessen Gefangene auf der Bunkerbaustelle arbeiten mußten.


AUGUSTASCHACHT – 30. Mai bis 25. Juli 2010

Fremde Körper auf der Suche nach Geborgenheit
Malerei und Installationen von Sylvia Lüdtke


Eröffnung der Ausstellung:
30. Mai 2010, 11 Uhr, Gedenkstätte Augustaschacht

Zur Einführung spricht Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht. Die Künstlerin ist anwesend. Eintritt frei

Collagen aus deutschen, arabischen und türkischen Printmedien, die mit menschlichen Schemen übermalt und auf Baumwollstoff aufgetragen sind, unterstreichen die Intention der Bissendorfer Künstlerin Sylvia Lüdtke, die verschiedenen Entwicklungsstadien kultureller Begegnungen darzustellen und zu untersuchen.

Die Arbeiten sind auch eine Bestandaufnahme der Identitätenvielfalt von in Deutschland geborenen Menschen aus Zuwandererfamilien. Solche Menschen sind lebendige Beispiele für das Aufeinanderprallen der verschiedenen Identitätsbewusstseinformen überreizter nationaler Identitäten, die von außen an sie herangetragen werden.

Durch ihre Werke möchte die Künstlerin auch den neuen Begriff des Ethnopluralismus, aus der rechtsextre

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