19.10.2026
Es ist schon fast Tradition, dass einmal im Jahr eine dänische Delegation zum Betriebsbahnhof Osnabrück-Hörne kommt, um der 32 Landsleute zu gedenken, die dort vom 22. Dezember 1944 bis zum 31.März 1945 als Gefangene des KZ-Außenkommandos 5. SS-Eisenbahnbaubrigade inhaftiert waren. Am 18. September besuchte erneut eine Gruppe von Mitgliedern der "Forening fra Frihedskampen 1940-1945" (Vereinigung des Widerstandskampfes) den ehemaligen Standort und das Denkmal.
Sie legten Blumen mit einer Schleife in den dänischen Nationalfarben nieder und sangen gemeinsam ihre Nationalhymne. Karl Kassenbrock, der Osnabrücker Historiker, der 2019 in seinem Buch "Konzentrationslager auf Schienen" erstmals auf die Geschichte der 5. SS-Eisenbahnbaubrigade und ihren Standort in Osnabrück aufmerksam machte, gab den Besuchenden nähere Informationen. Dabei begrüßte er besonders zwei nahe Verwandte des ehemaligen Häftlings Kaj Ibsen, der nach dem Krieg Abgeordneter im dänischen Parlament (Folketing) war. Am Ort der KZ-Gefangenschaft ihrer Landsleute gaben die Besuchenden ein Versprechen ab: "Ihr werdet niemals vergessen werden!"
Am Denkmal für die KZ-Gefangenen am Betriebsbahnhof Osnabrück-Hörne beginnt ein Audiowalk, den die Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht vor einigen Jahren eingerichtet haben. Auf diesem Erzählgang wird über 7 Stationen die Geschichte des "Konzentrationslagers auf Schienen" aus der Sicht der Gefangenen erzählt.