Im Dezember 2026 bieten wir in Kooperation mit dem Verein Drei Stufen sowie Arbeit und Leben Niedersachsen eine als Bildungsurlaub anerkannte Reise ins Baltikum an. Die Reise startet am 14.12. in Vilnius und endet am 18.12. in Riga. Im Mittelpunkt stehen die Erinnerung an vor 85 Jahren deportierte jüdische Deutsche und der Holocaust in Lettland.
Im Herbst 1941 begannen die systematischen Deportationen der Jüdinnen und Juden aus dem Großdeutschen Reich. Am 13. Dezember 1941 wurde ein großer Teil der in der Region Osnabrück verbliebenen jüdischen Gemeinde in einem Zug mit weiteren jüdischen Menschen aus den Nachbarstädten Münster und Bielefeld nach Riga deportiert. Von ihnen überlebten aus Osnabrück einzig sechs Personen. Nur wenige lettische Jüdinnen und Juden entgingen dem Holocaust während der deutschen Besatzung. Diese im heutigen Deutschland selten erinnerte Geschichte lernen die Teilnehmenden der Bildungsreise durch Vorträge und geführte Rundgänge an den Orten, an denen sich die Geschichte zugetragen hat, vertieft kennen. Die Reise beginnt in Vilnius mit einem Rundgang zum dortigen ehemals jüdischen Leben. Anschließend werden in Lettland das frühere Stetl Viski und die Stadt Daugavpils mit zerstörten und erhaltenen Synagogen, sowie den Denkmalen für die bei Erschießungen ermordeten jüdischen Menschen besucht. Im Mittelpunkt der Reise steht die lettische Hauptstadt Riga, wo neben den historischen Orten des Holocausts auch Museen zur jüdischen Geschichte in Lettland und zu den lettischen Menschen, die verfolgten Jüdinnen und Juden halfen, besichtigt werden.
Die Referenten sind Baruch Chauskin, Gründer des Vereins Drei Stufen, Angehöriger der zweiten Generation lettischer Holocaustüberlebender und seit vielen Jahren Kantor der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, und Dr. Michael Gander, Historiker und Geschäftsführer der Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht in Osnabrück und Hasbergen.
Anmeldung und weitere Informationen über Arbeit und Leben Niedersachsen.
Anmeldeschluss: 8. November 2026.