28.07.2026
Vom 11. bis 25. Juli 2026 führte die Gedenkstätte Augustaschacht in Kooperation mit dem Service Civil International (SCI) ein zweiwöchiges Workcamp durch. Die vierzehn internationalen Teilnehmenden setzten sich während der Camp-Tage intensiv mit der Geschichte der Zwangsarbeit im Nationalsozialismus auseinander und halfen auf dem Lagergelände des ehemaligen Arbeitserziehungslagers Ohrbeck bei Grabungen mit, um die Lagergeschichte weiter zu erforschen und sichtbarer zu machen. Das archäologische Fachbüro Denkmal 3D aus Vechta leitete fachlich die Grabungsarbeiten des Camps.
Die Teilnehmenden sind in einer von mehreren Grabungsstellen auf ein altes Fundament gestoßen, das aus der Lagerzeit stammen könnte. Bodenfunde wurden gesäubert und vermessen, um sie für die Gedenkstättenarbeit nutzbar zu machen.
Neben den Grabungstagen standen auch einige Ausflüge auf dem Programm: in die Gedenkstätte Gestapokeller in Osnabrück, nach Bremen in die Gedenkstätte Bunker Valentin und in das Untertauchermuseum im niederländischen Aalten. Daneben gab es genügend Raum zur Freizeitgestaltung.
Ein ganz besonderer Teilnehmer war der 79-jährige Franco aus Pisa, Italien. Er hat schon viele Gedenkorte besucht und europaweit an zahlreichen Workcamps teilgenommen, dieses war sein 101. Camp. "Ich bin hier, weil ich ein persönliches Interesse am Thema NS-Zwangsarbeit habe. Mein Vater kam während des Krieges, 1943/44, in ein Lager in der Nähe von Köln und musste dort Zwangsarbeit leisten. Er hat so gut wie nie über diese Erlebnisse gesprochen."
Für Oleksandra aus der Ukraine war es das zweite Workcamp in der Gedenkstätte Augustaschacht, sie hat schon 2025 teilgenommen: "Das Camp hat mir letztes Jahr schon viel Spaß gemacht; es ist eine schöne Erfahrung, anderen zu erzählen, was wir hier machen. Es ist wichtig, auf das Thema aufmerksam zu machen und zu zeigen, was wir entdecken."
Als Unterkunft diente den Freiwilligen aus Peru, Mexiko, Thailand, Vietnam, Spanien, Italien, der Schweiz, der Ukraine und Deutschland das Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Christuskirche Hasbergen, wo sie in einem Gemeinschaftszimmer übernachteten und sich selbst versorgten.
Der Landkreis Osnabrück, der Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V., das Land Niedersachsen sowie die Dr. Hans-Jürgen Häßler Stiftung (vormals Stiftung Deutsches Holocaust-Museum) förderten das Workcamp.
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